Kopp würdigt Entwicklungskooperation mit Tansania / Regierungsverhandlungen mit Malawi abgeschlossen



Seit 50 Jahren besteht die Entwicklungskooperation mit Tansania. Dies nahm die parlamentarische Staatsekretärin Gudrun Kopp zum Anlass die erfolgereiche entwicklungspolitische Zusammenenarbeit zu würdigen.
Die Regierungsverhandlungen mit Malawi sind abgeschlossen. Zwischen dem 6. und 7. Dezember 2011 wurde in Lilongwe die entwicklungspolitische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Malawi überarbeitet, da Deutschland u.a. die Pressefreiheit und die unabhängige Justiz in Gefahr so und somit auch die Entwicklungserfolge der letzten Jahre.
__________________________________________________________________________________

Gudrun Kopp wür­digt 50 Jahre Ent­wicklungs­ko­ope­ration mit Tan­sania


Gudrun Kopp, Parla­men­ta­ri­sche Staats­sekre­tärin im BMZ, würdigte heute in Berlin das Unab­hängig­keits­jubi­läum von Tan­sania: "Wir freuen uns mit unserem Ko­ope­rations­partner Tansania über 50 Jahre Unab­hängig­keit. Tansania gehört zu den bedeu­ten­den und lang­jährigen Kooperations­ländern der deutschen Ent­wicklungs­politik, die Anfänge gehen bereits in die 1960er-Jahre zurück. Das Land ist ein Sta­bilitäts­anker in Ostafrika, ohne ethnische oder kriegerische Aus­einander­setzungen. Das Land ist Sitz mehrerer regionaler Institutionen und damit auch bedeut­samer inter­nationaler Kooperations­partner."

Das ost­afrika­nische Land erlangte am 9. Dezember 1961 seine Un­abhängig­keit. Kurz nach der Unab­hängig­keits­erklärung verban­den sich die beiden Staaten Tanganjika und Sansibar und gründeten am 26. April 1964 die Vereinigte Repu­blik Tansania. Die tansa­nische Regierung verfolgt eine armuts­orientierte Politik. Grundlage ist die Armuts­be­kämpfungs­strategie, Mkukuta genannt. Sie konzen­triert sich auf Wirtschafts­wachs­tum und Armuts­bekämp­fung, die Verbesserung der sozialen Grund­dienste sowie die Verbesserung von Regierungs­führung und Rechen­schaftslegung.

Gudrun Kopp: "Die entwicklungs­politischen Beiträge des BMZ fügen sich in die tansanischen Strategien und in mit anderen Gebern arbeits­teilig umgesetzte Programme ein, was zur Erhöhung der Wirk­samkeit beiträgt. Die entwicklungs­orientierte Politik des Landes hat in den letzten Jahren zu beachtlichen Erfol­gen geführt: So konnte die Ein­schulungs­rate auf über 90 Prozent aller tansanischen Kinder gesteigert werden, auch das Netz der Sekundar­schulen wurde deutlich aus­gebaut. Allein im Zeitraum 2007 bis 2010 konnten zusätzlich etwa 5 Millionen Tansanier an die öffentliche Trink­wasser­versor­gung ange­schlossen werden. Die landes­weite HIV-Infektions­rate ist im natio­nalen Durch­schnitt von 7 Prozent auf 5,6 Prozent zurück­gegangen. Und: Seit seiner Un­abhängig­keit hat Tansania ungefähr ein Drittel seiner Landes­fläche als National­park oder Natur­reservat dekla­riert, die entwicklungs­orientiert genutzt werden."

Bei seiner erfolg­reichen Politik zur Ent­wicklung des eigenen Landes wird die tansanische Regierung seit 1961 von Deutschland unter­stützt. Die Koope­ration konzen­triert sich auf die Schwer­punkte Gesund­heit, Wasser­ver- und Abwasser­ent­sorgung sowie Regierungs­führung. Ländliche Ent­wicklung am nördlichen Rand der Serengeti ist aktuell ein weiteres Betätigungs­feld der Zusammen­arbeit.
__________________________________________________________________________________

Re­gie­rungs­verhand­lungen mit Mala­wi abge­schlossen


Am 6. und 7. Dezember 2011 fanden in Lilongwe die ent­wicklungs­poli­ti­schen Re­gierungs­verhand­lungen zwischen Deutsch­land und Malawi statt.

Bundes­ent­wick­lungs­minister Dirk Niebel: "Deutschland hat die ent­wick­lungs­poli­tische Zusammen­arbeit an die veränderten Rahmen­bedingun­gen in Malawi ange­passt. Grund­legende demo­kratische und rechts­staatliche Errungen­schaf­ten wie Presse­freiheit und eine unab­hängi­ge Justiz sowie die Nach­haltig­keit der beacht­lichen Ent­wick­lungs­erfolge der letzten Jahre sind in Gefahr. Für eine Neu­zusage von allge­meiner Budget­hilfe fehlten daher wesent­liche Voraus­setzun­gen, die beglei­ten­den Maß­nahmen zur Stär­kung des öffent­lichen Finanz­wesens werden aber fort­geführt und aus­gebaut. Darüber hinaus wird Deutschland zu­künftig den mala­wischen Rech­nungs­hof und andere Rechen­schafts­institu­tionen verstärkt unter­stützen. Ich fordere von der mala­wischen Regierung die Bereit­schaft, sich auf einen ernst­haften Dialog einzu­lassen und die Heraus­for­derun­gen kon­struk­tiv anzu­gehen. Ich begrüße erste Schritte wie die Ein­rich­tung eines Dialog­forums zwischen Regierung und Zivil­gesell­schaft unter Vermittlung der Verein­ten Nationen sowie die Wieder­einstellung von ent­lasse­nen Professoren. Es müssen aber tragende Lösun­gen für die drängen­den Probleme im Land gefun­den und um­gesetzt werden."

Nach einer über­wiegend positiven wirt­schaft­lichen und politi­schen Ent­wick­lung in den vergan­genen Jahren ist die noch junge Mehrparteien­demo­kratie Mala­wis 2011 in eine schwere wirtschaft­liche und politische Krise gestürzt. Die Zusagen für die bila­terale Ent­wicklungs­zusammen­arbeit betragen 41 Millionen Euro, das sind rund 23 Millionen Euro weniger als bei den letzten Verhand­lungen 2009, haupt­sächlich bedingt durch die Kürzung der Budget­hilfe. Die verblei­ben­den Zusagen dienen der Bekämpfung von Armut insbesondere durch Investi­tionen in Gesund­heit, Bevöl­kerungs­politik und zur Stär­kung von Trans­parenz und Rechen­schafts­pflicht. Dabei werden nicht-staatliche Akteure verstärkt in die deutsche Unter­stützung ein­bezogen.